Bergung, Restaurierung und Ausstellung zweier hethitischer Sondergefäße in Bogazköy/Hattuscha (2007-2008)

Während der Grabungskampagne 2007 wurden im Keller eines großen Gebäudes (um 1400 v. Chr) zwei außergewöhnliche und bis heute einmalige Großgefäße, das sog. Stierkopfgefäß (H. 1,83 m) und eine Turmvase (H. 1,09 m), entdeckt. Sie wurden anschließend während der Kampagnen 2007 und 2008 vor Ort im Rahmen meinses Studienpraktikums restauriert.

 

Folgende Maßnahmen wurden durchgeführt:

  • Dokumentation und Entnahme von ca. 500 Scherben aus dem Boden

  • Reinigung und Entsinterung mit verdünnter Säure

  • Festigung der Bruchkanten mit 5 % Paraloid B 44 in Aceton

  • Klebung mit ca. 50 % Paraloid B 44 in Aceton

  • Verstärkung der Innenwandung mit eingeklebtem Glasfasergewebe

  • Ergänzung der Fehlstellen mit einem neutral eingefärbtem Gips

  • Rekonstruktion von Henkeln und Teilen des Stierkopfes

  • teilweise kleine Retuschen mit Gouachefarben                                                             

Nach der Restaurierung wurden die beiden Gefäße in speziellen Gestellen in Museum von Bogazkale ausgestellt und bilden seitdem den Mittelpunkt der Ausstellung.

Zur Technologie siehe ferner: M. Gruber, K. Radezky, Technologie und Herstellungsprozeß zweier hethitischer Sondergefäße, in: A. Schachner: Ausgrabungen in der westlichen Oberstadt von Ḫattuša II. Das Mittlere Plateau zwischen Sarıkale und Yenicekale, Bogazköy-Hattusa 26 (Darmstadt 2017), 217-233

© DAI, mit Genehmigung von A. Schachner, Foto: K. Radezky