Bei den Ausgrabungen auf dem Petriplatz und auf dem Schloßplatz in Berlin-Mitte wurden viele Tausende Fragmente von Ofenkacheln gefunden. Einige herausragende Kacheln der Spätrenaissance und des Frühbarock wurden in meiner Diplomarbeit sowie in den späteren Projekten restauriert.

Dabei konnten die Motive, die in den gleichen Matrizen hergestellt wurden, mit Hilfe von Abformungen mit Silikonkautschuk wieder rekonstruiert werden.

 

Im Wesentlichen wurden folgende Schritte unternommen:

  • Auflösung alter Ponal-Klebungen auf (Petriplatz)

  • Festigung und Absperrung der Kanten mit Paraloid B 48N

  • Klebung mit 50 % Paraloid B 48N in Ethylacetat

  • Ergänzung der fehlenden Partien mit einem eingefärbten modifizierten Hartgips

  • Retusche mit Lascaux-Acrylfarben mit verschiedenen Zusätzen (Graphit, Glimmer)

Die ergänzten Fragmenten sollten mit den originalen homogen wirken, aber bei näherer Betrachtung erkennbar sein. Die Erkennbarkeit der Retuschen wurde durch einen reduzierten Glanz und abgrenzend vertiefte Konturlinien erzielt. 

Zwei großformatige Kacheln mit Darstellungen vom Herzog Berhhard von Sachen Weimar und dem schwedischen König Gustav Adolf werden in der Ausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte im Neuen Museum (Berlin) gezeigt. In Zukunft ist eine Rekonstruktion eines Ofenfragments (vom Schloßplatz) geplant.

weitere Informationen:

Kyrylo Radetskyi: Figürliche Ofenkacheln aus dem 17. Jahrhundert vom Petriplatz in Berlin, Diplomarbeit FHTW Berlin, 2010

Claudia Maria Melisch/ Kyrylo Radetskyi: Erforschung, Restaurierung und 3D-Dokumentation der spätrenaissancezeitlichen Kacheln vom Petriplatz in Berlin-Mitte

© Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Foto: K. Radezky